Freitag, 25. Mai 2007
Sommerloch-News
ja, es ist so, ich bin schreibfaul geworden ... aber es passiert eigentlich auch nichts sonderlich spannendes. Und für Sachen wie "Ich war im Kino", "Gestern auf einer Party" oder "Neulich beim Einkaufen ist im Laden ein Sack Reis umgefallen" kann ich mich dann doch nicht genug zum Schreiben mobilisieren.
Es kann aber auch an der Hitze hier liegen ... seit Tagen (oder sind es schon Wochen?) herrschen hier 25+ °C und das bei einer gefühlten Luftfeuchtigkeit von mindestens 120% ;-) und heute ist es besonders schlimm, denn es ist so hab-geduscht-bin-noch-nicht-in-meinem-Zimmer-angekommen-und-könnte-gleich-wieder-duschen-Wetter!
So langsam könnte mal jemand die Heizung ausstellen hier ...
Und jetzt nochmal so richtige Sommerloch-Nachrichten:
Marek, mein Nachbar - aber durch Aktionen wie "Habt ihr Bier im Kühlschrank?", "Kochst du mir nen Kaffee?", "Kann ich bei euch meine Socken waschen?", "Gucken wir heute abend Fussball?" [Anm: wir haben nen Fernseher, er nicht] zum fast-schon-Mitbewohner mutiert -kam eben mal wieder hier rein geplatzt und meinte: "Komm mit, du musst dir was angucken ... Ich bin so ein schlaues Kerlchen ... da krieg ich ein Patent drauf!"
Und worum gings? Er hatte seine Hose gewaschen und wusste sie in seiner mini-1Zimmer-Wohnung nirgends so aufzuhängen, dass sie schnell trocknet. Also hat er das Fenster aufgemacht, nen Besen über die offenen Fenster gelegt und seine Hose drübergehangen ... super! ;-) Und auf diese Idee war er soooooo stolz, das könnt ihr euch nicht vorstellen ;-)
Dienstag, 15. Mai 2007
ich hab nen Schein!
Hier kriegt man übrigens kein Blatt Papier in die Hand gedrückt, sondern muss mit seinem "Indeks" zum Prof hin. Im Indeks stehen dann am Ende des Semester alle Kurse drin, die man bestanden hat.
Und in meinem sind nun schon süße 4 ECTS-Punkte vermerkt :-D
Montag, 14. Mai 2007
Summer in the (Juwenalia-) City
Zuerst war ich im botanischen Garten, der mich positiv überrascht hat, weil er größer und toller war, als ich gedacht hätte. Ich hab Palmen und Orchideen gesehen... da geh ich bestimmt noch öfters hin.
Abends wars dann Zeit für das Juwenalia-Abschluss-Buena-Vista-Social-Club-lile-kubanische-Rhytmen-Konzert.
Das kam bei dem Wetter natürlich besonders gut und nen kleinen Tanzkurs gabs zu Beginn auch noch ;-)
Heute morgen um zehn in der Vorlesung wurden wir dann vom Prof mit den Worten begrüßt: "Ein Wunder, dass so viele hier sind ... und ihr seht so frisch aus, was ist los? Habt ihr nicht gefeiert? DAMALS ... als ich noch Student war, da wurden die Juwenalia noch richtig gefeiert" ...lol...alles klar ;-)
So, es bleibt noch zu sagen, dass wir hier einstimmig der Meinung sind, dass sich ein Studentenfest a la "Juwenalia" auch in deutschen Städten sehr gut machen würde. Warum ist da bloß noch keiner auf so ne dolle Idee gekommen??? :-DSamstag, 12. Mai 2007
Juwenalia - Fortsetzung
Nach der Schlüsselübergabe gestern auf dem Rynek wurden erstmal (fast) alle Krakauer Unis vorgestellt ... die größte Präsenz hatte wohl die UJ (Uniwersytet Jagiellonski)...wer sonst ;-)
Und das sah dann so aus :
Natürlich durften dann auch altbewährte Party-Knüller nicht fehlen ;-) (man achte auf die Milchtüten-Physiker vor mir und den Menschen vorne links mit der UJ-Souvenirs-Tüte aufm Kopf ;-) So ein tolles Kostüm! :-P Nur getoppt, von dem Typen mit dem halben Monitor aufm Rücken, dessen Bild ich gestern schon gebloggt hab)
Abends war ich dann bei einem der berühmt-berüchtigten Wohnheime auf einem Konzert. Für 5 Złoty (4 Złoty = 1 Euro) Eintritt haben gleich zwei bekannte polnische Bands gespielt. Bei sommerlichen Temperaturen und "einem" kühlen Bierchen ließ es sich da ganz gut aushalten ;-)
Aber es ist noch lange nicht Montag, das heißt, es geht weiter ... :-D
Freitag, 11. Mai 2007
Juwenalia 2007
...sind Juwenalia!!!
Eine Woche lang gehört die Stadt den 50000 Studenten, es gibt täglich Konzerte, Parties und diverse andere Veranstaltungen.
Heute war erstmal Höhepunkt:
Heute vormittag sind die Studenten vom Wohnheimsgelände (Miasteczko studenskie = Studentenstädtchen) in einem bunten Marsch, verkleidet zum Rynek gezogen, wo sie vom Oberbürgermeister (bzw. einer Vertreterin) symbolisch die "Schlüssel zur Stadt" überreicht bekommen haben. Bis Montag gehört die Stadt also "offiziell" uns :-D
Es ist wie Karneval und Fussball-Wm (und Weihnachten und Ostern;-)) zusammen, nur das keine Mannschaften, sondern die verschiedenen Unis konkurrieren ;-)
Ich belasse es erstmal bei den paar bildlichen Impressionen vom Rynek, werde aber bestimmt noch mehr berichten.
Jetzt muss ich erstmal los ;-)
Achja...den freien Nachmittag hab ich genutzt, um endlich zum Frisör zu gehen ... das erblondete und kurze Ergebnis könnt ihr oben rechts bewundern :-D
Donnerstag, 3. Mai 2007
Nachtwanderung zum größten Bergsee Polens
Aber hört selbst: (sehen tut man leider nix, weil es zu dunkel war ... es ist aber wirklich ein Video und nicht nur eine Audio-Aufnahme ;-) )
Der Spaß hat aber nicht da erst angefangen, sondern schon bei der Taxifahrt davor. Wie uns unser Taxifahrer schon am Tag zuvor geschildert hatte, gibt es bis in das Tal, von wo aus man zu dem Bergsee (Morskie Oko = Meeresauge) aufsteigen kann, zwei Strassen ... eine Kürzere, die aber "mehr aus Löchern, als aus Strasse besteht" ;-) und eine Gute, aber Längere.
Als er uns morgens ... äh nachts.... um halb drei am Hotel abholte, meinte er, er würde die Kürzere nehmen ... was meiner Meinung nach an seinem leeren Tank lag (man achte gleich aufs leuchtende Tanklämpchen ;-) )
Sehr süß war seine bestimmt gezielt auf "adventure" getrimmte, musikalische Untermalung des Trips und seine (neu erlernt wirkenden) Kommentare a la "auf der linken Seite sehen sie...." :-D
Vorbei an Rehen, Rehböcken und der Grenzstation zur Slowakei ging es vor allem holprig voran:
Vom Taxifahrer mitten in der Wildnis ausgesetzt, sind wir keine 10 Minuten gegangen, bevor etwas passierte, bei dem wir uns nicht sicher sind, ob es echt war oder zum neuen, von uns inspirierten Touristen-Sonnenaufgang-am-Morskie-Oko-Adventure-Programm des Taxifahrers gehörte ;-) :
Für die nächsten zwei Stunden passierte erstmal nichts allzu ungewöhnliches und während uns Fragen wie "Wie unterscheiden wir den neben uns plätschernden Wasserlauf von einem am Wegesrand stehenden, pinkelnden, wilden Tier?" (Anm.: die Gegend ist bekannt für Bären, wie uns schon der Taxifahrer erklärt hatte) beschäftigten, dämmerte es langsam und wir kamen unserem Ziel immer näher.
Doch der mehr oder weniger zum Sonnenaufgang pünktlichen Ankunft am See wurde von einem anderen Ereignis (fast) die Show gestohlen:
Letzendlich wär dann noch anzumerken, dass wir für das Stück, das wir nachts bergauf in 2 Stunden bewältigt hatten, vormittags bergrunter 5 Stunden gebraucht haben ;-) ... aber wenisgtens haben wir auf dem Rückweg gesehen, wo wir nachts so lang gelaufen waren und wurden ständig mit tollen Aussischten belohnt:
Das war ein wirklich toller Trip... Markus, vielen Dank nochmal für diese geniale Idee!
Samstag, 21. April 2007
Toleranzmarsch
Als ich mit der Tram in die Stadt gefahren kam, wurde mir zuerst mulmig, als ich das riesige Polizeiaufgebot mit Helmen, Schlagstöcken und Schutzschildern gesehen hab. Es hat sich aber rausgestellt, dass das schon ganz gut war, denn so wurden die verschiedenen Parteien auseinander gehalten und der Toleranzmarsch konnte ziemlich ruhig und ohne Zwischenfälle durch die Stadt ziehen und es waren nur selten die Rufe "der anderen", die immer ganz in der Nähe gewesen sein müssen, aber nicht direkt auf uns getroffen sind, zu hören.
Und für japanische Touristen waren wir sogar ne richtige Attraktion ;-)
Einmal ne Runde in dem Park, der die Altstadt umgibt, gedreht, ging es dann auf den Rynek, wo unter, die ganze Zeit schon andauernden, "Tolerancja"-Rufen alle Ballons in die Luft gelassen wurden.